Aufgabenfelder in der Schule

Donnerstag, 24. Mai 2012

Während meines letzten Moduls zur Informatikdidaktik wurden wir auf eine ungleiche Verteilung der Aufgabenfelder zugunsten der Sprachen und Künste und zu Lasten der Naturwissenschaften (insbesondere Informatik) hingewiesen. Dies wollte ich nun nachprüfen.

 

Alle Unterrichtsfächer (außer Sport) sind einem Aufgabenfeld zugeordnet, jedes Aufgabenfeld muss in den Abiturprüfungen abgedeckt sein:

Aufgabenfeld A: sprachlich-künstlerischer Bereich

Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel

Aufgabenfeld B: gesellschaftswissenschaftlicher Bereich

Geschichte, Erdkunde, Politik-Wirtschaft, Religion/Werte und Normen (in anderen Bundesländern Ethik, Philosophie, …)

Aufgabenfeld C: mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich

Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik

 

Und so sieht die prozentuale Verteilung der Stunden auf die Aufgabenfelder in Niedersachsen nach Stundentafel 2 (d.h. ohne Wahlpflichtfächer) aus (Sport fehlt hier):

Man erkennt, dass das Aufgabenfeld A teilweise über 50% der Stunden beinhaltet, während die Aufgabenfelder B und C mit deutlich weniger Stunden auskommen müssen. Hinzu kommt, dass das Aufgabenfeld A aus immerhin 3 Lang- und damit Hauptfächern (Deutsch und zwei Fremdsprachen zu je ca. 4 Stunden) und zwei Kurzfächern zu je 2 Stunden besteht, während das Aufgabenfeld C aus einem Lang-/Hauptfach (Mathe) und bis zu drei Kurzfächern besteht. Das wird nur noch übertroffen vom Aufgabenfeld B, das kein Lang- und damit auch kein Hauptfach beinhaltet, dafür allerdings aus bis zu vier Kurzfächern besteht.

Wäre es da nicht sinnvoller, ein über zwei Jahre laufendes Kurzfach zu einem einjährigen Langfach und damit auch zu einem Hauptfach zu erheben? Dadurch könnten die anderen Aufgabenfelder gestärkt werden und die vielen Fächer für die Schüler reduziert werden sowie die zu unterrichtende Klassenzahl für einen Kurzfachlehrer gesenkt werden.

Generell sollte diese Verteilung der Aufgabenfelder nicht mehr zur Verwunderung führen, dass die Abbrecherquote in den Ingenieurswissenschaften so hoch ist, wenn der Anteil der Naturwissenschaften an den Schulen so gering ist und in Kurzzeitfächern stattfindet.


Sprintstudium Modul 2 – 2. Tag

Dienstag, 17. April 2012

Lernen muss weh tun! (Quelle unbekannt)

Heute wurde nach einer Einführung in die Algorithmik in der Sek I mit Robotern und den Boards gearbeitet gelernt mit viel Spaß ausprobiert. Roboter wurden gegen die Wand gefahren, mit den Sensoren von LEGO WeDo und des Picoboards Autorennen und ein Lochstreifenleser programmiert und die Möglichkeiten der Elektronisierung eines Wohnhauses diskutiert. Dann ging es wieder in die Theorie. Schließlich ist das Oberthema dieses Moduls “Informatikdidaktik in der Sek I”. Also gab es zunächst eine Übersicht über einige Informatikdidaktiker und ihre Thesen und danach eine Zusammenfassung der beiden wichtigsten momentanen Strömungen in der Informatikdidaktik: die fundamentalen Ideen und die Modellierung. Abschließend berichtete ein Lehrer von seinen Erfahrungen mit Scratch im Physikunterricht.
Und falls jemand diesen Link noch nicht kannte: Informatik im Kontext


Sprintstudium Modul 2 – 1. Tag

Montag, 16. April 2012

Heute gab es die Bewertung des BYOB-Projektes und die erste Klausur (JAVA, Suchbäume, Sortieralgorithmen). Der Nachmittag war mit einem ersten Überblick über die Fachdidaktik und weitere Programmierlernprogramme ausgefüllt. Als Programme kamen Kara, Karol und LEGO WeDo zum Einsatz. Zum Schluss wurde die Frage angesprochen, wie Informatik als technisches und wenige als medienbildendes Fach unterrichtet werden kann.


Sarkozy und die Lehrer

Donnerstag, 1. März 2012

Sarkozy geht im Wahlkampf um die Präsidentschaft gegen die Lehrer los. Er schlägt vor, dass Lehrer, die freiwillig 26 statt 18 Stunden arbeiten unterrichten, 25% mehr Gehalt bekommen sollen. Da könnte ja der deutsche Lehrer sagen, dass es endlich Gerechtigkeit in der Unterichtsverteilung gibt, der ja auch 23 und mehr Stunden unterrichtet.

Die Sache hat aber zwei Haken:

  1. 8 Stunden mehr unterrichten entspricht einer Erhöhung der Unterrichtsstundenzahl um 44,4%, also deutlich über der Gehaltserhöhung.
  2. Eine französische Unterrichtsstunde entspricht 55 Minuten, eine deutsche nur 45 Minuten. Ein französischer Lehrer mit einer Unterrichtsverpflichtung von 18 Stunden unterrichtet also 990 Minuten, ein deutscher Gymnasiallehrer in Niedersachsen bei einer Unterrichtsverpflichtung von 23,5 Stunden 1057,5 Minuten, d.h. gerade mal eine Stunde mehr. Die Erhöhung um 8 französische Unterrichtsstunden entspricht übrigens einer Erhöhung um fast 10 deutsche Unterrichtsstunden.

Traurig, wenn das Bild vom faulen Lehrer, der nur ein bisschen unterrichtet, in den Wahlkampf hineingetragen wird.


Elternsprechtag

Samstag, 11. Februar 2012



Lange Nacht der Mathematik – Teil 2

Samstag, 19. November 2011

Um 18 Uhr begann der Wettbewerb nach einer kurzen Ansprache der Mathelehrer. Dann richteten sich die mehr als 80 Schüler in ihren Arbeitsräumen ein und begannen mit den Aufgaben. Gegen 22 Uhr dann der erste Erfolg: unsere Benjamin-Gruppen sind eine Runde weiter. Eine Stunde später auch Jubel bei den 9.- und 10.-Klässlern, die die 1. Runde geschafft hatten. Unruhe gab es bei den 7.- und 8.-Klässlern, die mit 2 Aufgaben erhebliche Probleme hatten und fast schon aufgeben wollten. Doch nach diversen Rückmeldungen auch aus anderen Schulen reagierte die Wettbewerbsleitung in Neumünster und strich die fehlerhaften Aufgaben, so dass sich auch diese Stufe um kurz vor Mitternacht darüber freuen konnte, in die 2. Runde gekommen zu sein. Dafür verlief die 2. Runde hier wesentlich leichter. Mit Hilfe ihrer Kenntnisse aus dem Matheunterricht (wie uns Mathelehrern hier das Herz höher schlug! ;-) ) waren sie schon eine halbe Stunde später in Runde 3. Während die ersten beiden Runden noch als gesamte Stufe zu absolvieren war, mussten sie nun in ihren Teams weiterarbeiten. Für die Benjamin-Gruppe war um Mitternacht Schluss in der Schule, sie konnten aber an den letzten drei von 10 Aufgaben noch von zu Hause aus weiterarbeiten. Die 11. Klasse hatte inzwischen auch die 2. Runde erreicht. Der Erfolg aus den ersten beiden Runden hielt in der Mittelstufe noch etwas an, doch gegen 2 Uhr machte sich hier Müdigkeit breit. Nun wurde abwechselnd geschlafen, durch die Gänge spaziert und weitergerechnet. Schließlich konnten die meisten Teams ihre Lösungen heute morgen einscannen und bis um 8 Uhr nach Neumünster mailen.

Zwischendurch gab es eine Pizzabestellung (solche Freude über eine Großbestellung habe ich noch nie erlebt!) und Würstchen sowie Wasser und Cola, zusätzlich zu den mitgebrachten Energydrinks, Chips und Schokoladenkeksen.

Die Atmosphäre während der gesamten Nacht war grandios. Wie die Schüler verbissen an den Aufgaben arbeiteten, in Formelsammlungen nachschlugen und immer wieder neue Lösungswege ausprobierten, stand sehr im Gegentz zum normalen Matheunterricht, der mit dem Gong anfängt und endet.

Aber auch die Technik spielte dieses Jahr mit. Der Wettbewerbsserver hielt dem Ansturm statt, als alle die Aufgaben der ersten Runde runterladen und ausdrucken wollten. Es gab keine Spielverderber, die Hackerangriffe auf den Server ausführten, jedenfalls haben wir hier nichts davon mitbekommen. Lösungen konnten immer eingegeben werden, allerdings ließ sich die 10-Minuten-Sperre leicht mit dem “Eine Seite zurück”-Button im Browser umgehen.

Nun ist sie vorbei, die Lange Nacht. Ich spüre sie jetzt noch: ich bin müde und verspannt. Aber am Montag werden die Schüler, die dabei waren, die Helden sein, die jede Aufgabe natürlich ganz alleine gelöst haben und ohne ein Nickerchen zu machen durchgearbeitet haben. Und sie wollen alle nächstes Jahr wieder dabei sein, bei der Langen Nacht der Mathematik 2012.


Ohoo, ein iPod!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Bei der ersten Klassenarbeit habe ich mit Bleistift die mündliche Note dazugschrieben. Es gibt Rückfragen. Ich hole also meinen iPod heraus und öffne die App “TeacherTool”. “Cool, Frau G., Sie haben ja ein iPod! Und was ist das für ne App? Wie teuer ist die?” Ich beantworte kurz die Fragen. Eigentlich will ich für mich den iPod als nützliches, alltägliches Werkzeug verwenden. Und so will ich es den Schülern auch zeigen.
Kurze Zeit später benötigt eine Gruppe für ihre Aufgaben einen Timer. Eine Uhr mit Sekundenanzeige hat keiner. Also gebe ich einem der Schüler meinen iPod, zeige auf die App, die den Timer darstellt, und lasse ihn damit allein zurechtkommen. Ein paar Minuten später bekomme ich den iPod, wie ich es erwartet habe, wieder zurück. Der iPod war nützlich, ein ganz normales Werkzeug. Nicht mehr und nicht weniger.


Wozu braucht man das?

Samstag, 15. Oktober 2011

Wo sich der Halbtagsblog und Hokey damit beschäftigen, greife ich die Frage jetzt auch mal auf.
Ich schreibe hier nicht über den leichten Anflug von Panik, der mich erwischt, wenn ich an der Reihe bin, das Protokoll zur Lehrerkonferenz zu verfassen, weil wir im Deutschunterricht nur Aufsätze schreiben mussten.

Viel lieber schreibe ich darüber, wie die Mathematik meine Faulheit in manchen Dingen unterstützt.

Kopfrechnen zuum Beispiel. Damt kann man 7.-Klässler vergraulen. Normalerweise nimmt man ja auch den Taschenrechner. Vor allem, weil man sich dann ja auch mit den richtigen Problemen und den Argumenten beschäftigen kann, sagt der Didaktiker. Blöd nur, sage ich, wenn ich auf der Couch sitze und rechne und der Taschenrechner sich in meinem Arbeitszimmer befindet. Zum Aufstehen bin ich zu faul, also wird die Nebenrechnung auf die Rückseite des Zettels geschmiert oder die Wurzel bis auf eine Nachkommastelle im Kopf überschlagen.

Trigonometrie ist auch so eine Richtung, die mir entgegenkommt. Als Student lebte ich in einer Dachwohnung mit ganz toller Dachschräge. Eines Tages wollte ich in meiner Küche ein Brett anbauen, auf dem meine Mikrowelle stehen sollte. Ort des Bretts: so hoch wie möglich über dem Herd, rechts begrenzt durch einen Hängeschrank, links durch die Dachschräge. Als Messwerkzeug stand mir ein Zollstock zur Verfügung, der aber in der Höhe, wo ich das Brett möglichst anbringen wollte, sich nicht mehr vernünftig ausklappen ließ. Wäre ich an dem Tag voller Tatendrang gewesen, wäre ich zum nächsten Baumarkt gefahren und hätte mir ein Maßband gekauft, dann hätte ich das Band genau anlegen können und ich hätte das Brett nach diesen Maßen angebaut. Aber so war ich ja nicht. Deswegen wurde an zwei erreichbaren Stellen die Breite des Wandstückes mit dem Zollstock gemessen, damit der Winkel der Dachschräge (oder nur die Steigung, weiß ich nicht mehr so genau) berechnet und daraus wiederum die Höhe berechnet, in der das Brett noch hängen konnte. Und exakt zwei Dübel und zwei Schrauben später hing das Brett an der gewünschten Position.

Was das Nullstellenproblem angeht: das ist für mich nur eine Reduzierung der verschiedenen Gleichungstypen, d.h. jede Gleichung lässt sich als Suche nach Nullstellen umschreiben. Ob sie jemals für einen wichtig werden, darüber erlaube ich mir kein Urteil. Schließlich halte ich auch die Lektüre von Emilia Galotti für vergeudete Zeit, möchte aber Dürrenmatts “Physiker” auf keinen Fall mehr missen. Aber was werde ich dazu in 10 Jahren sagen?


§52a

Dienstag, 11. Oktober 2011

Eine Ausbildungsstätte müsse für die Online-Veröffentlichung aber ein Dateiformat mit “funktionierenden Schutzmechanismen” wählen, das die Speicherung der eingescannten Werkteile auf den Computern der Lernenden unmöglich mache.
(Quelle: heise.de )

Ich mag es, wenn Richter richtig logische Urteile fällen. WENN eine Ausbildungsstätte sichergestellt hat, dass die Teile nicht gespeichert werden können, DANN darf sie kleine Teile eines Werkes im Intranet veröffentlichen.

Nun gibt es ja eine kleine Wundertaste auf meiner Tastatur, darauf steht “Drucken”. Auf anderen Tastaturen steht da auch “Print”. Jedenfalls kann man mit dieser Taste ein Screenshot erstellen, dies dann in IrfanView kopieren und als JPEG oder in einem anderen Dateiformat abspeichern. Und das geht IMMER. Egal, wie viele Kopierschutze und Drucker- oder Rechtsklickeverbote eingerichtet sind, die “Drucken”-Taste funktioniert immer.

DARAUS FOLGT, dass keine Ausbildungsstätte es verhindern kann, dass die Datei gespeichert wird. ALSO darf sie keine Teile eines Werkes veröffentlichen.

Eigentlich hat der Richter ein inhaltlich richtiges Urteil gefällt. Praktisch hätte er es aber auch kürzer formulieren können.


Didaktik für Fortgeschrittene

Sonntag, 9. Oktober 2011

Autodidaktik: Der Lehrer überlegt sich im Auto auf dem Weg zur Schule, was er heute im Unterricht machen wird.
Türklinken-/Schwellendidaktik: Der Lehrer erstellt seine Stunde, während er die Türklinke herunterdrückt bzw. die Schwelle zum Klassenraum betritt.
Hammerdidaktik: Der Lehrer plant seine Unterrichtsstunde im gleichen Augenblick, in dem er seine erste Frage an die Klasse stellt: “Was hamma denn letzte Stunde gemacht?”


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