Kooperatives Lehren und Lernen (I)

Ich versuche nun, eine Zusammenfassung der zweitägigen Fortbildung zum Kooperativen Lehren und Lernen zu geben. Ein Versuch wird es ob der weit verzweigenden Theorie immer bleiben. Warum schreibe ich eigentlich eine Zusammenfassung, wenn man doch gleich nach Webseiten suchen könnte und dort zuverlässige Infos finden würde? Zum einen möchte ich mich gerne an die Veranstaltung erinnern, sie hat mir einen guten Einblick in das Thema gegeben und ich verliere mich dabei nicht in zu vielen Details und Methoden. Diese wenigen habe ich ausprobiert und möchte sie auch in meinem Unterricht anwenden. Beispiele dazu werden folgen. Zum anderen verarbeite ich hier meine Gedanken, ich formuliere sie manchmal eher salopp, und ich kann meine persönliche Meinung dazu äußern, die anderen vielleicht hilft, dieses Thema besser einzuschätzen.

Nun also zum Thema dieses Posts.

Kooperatives Lehren und Lernen basiert auf dem Konstruktivismus (wir erinnern uns an dieser Stelle an unser Referendariat oder dem Studium, in dem uns vermittelt wurde, dass Behaviourismus und Kognitivismus passé sind, denn Wissen kann nicht eingetrichtert werden, sondern kann nur von jedem aufgenommen und vor der eigenen Biographie verarbeitet werden, so dass sich jedermanns Wissen nur annähern, aber niemals gleich sein kann).

Das Grundprinzip ist immer das Gleiche:
1. Selbst denken. Die wichtigste Phase in kooperativen Lernarrangements, die aber gerne übersprungen wird. Denn zum einen machen wir ja eigentlich Gruppenarbeit (eben kooperativ), zum andern wollen sich die Schüler sofort über das Thema austauschen. Aber hier muss der Lehrer darauf drängen, dass ein paar Minuten lang jeder Schüler still über die Aufgabe nachdenkt.

2. Austausch. Dies kann eine Partner- oder Gruppenarbeitsphase sein. Hier formuliert der Schüler seine Gedanken in Worte. Er soll z.B. seinen Text zusammenfassen, oder seine Lösungsstrategie vorstellen. Dabei kann der Partner dies wiederholen, um so sicherzugehen, dass alles angekommen ist, oder aber es wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Wichtig ist, dass jeder über sein eigenes Thema und über das Thema seines Partners/der anderen Gruppenmitglieder Bescheid präsentationsreif weiß.

3. Präsentation. Diese Phase findet üblicherweise im Plenum statt. Eine zufällig ausgeloste Person aus der Gruppe stellt das Gruppenergebnis vor.

Das beschriebene Grundprinzip findet man auch unter Think-Pair-Share. Sowohl in der zweiten als auch in der dritten Phase findet ein Nachdenken und Verarbeiten (Konstruieren) des eigenen Themas statt, denn der Schüler muss sein Thema so weit verstanden haben, dass er es auch vermitteln kann. Und dies ist ja die höchste Stufe im Behalten des Stoffes. Das Wichtigste ist aber die regelmäßige Wiederholung des Gelernten in Phase 2 und 3. Das dauert zwar insgesamt länger, wird aber dadurch intensiver und wirkt sich langfristig auf die Speicherung des Gelernten aus. (Ich spürte, wie mein Gehirn nach einer solchen Lernphase richtig kribbelte vor Anstrengung!)

Im nächsten Teil werde ich ein paar Methoden vorstellen.

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2 Responses to Kooperatives Lehren und Lernen (I)

  1. Herr Rau sagt:

    Jawohl: „ich kann meine persönliche Meinung dazu äußern, die anderen vielleicht hilft, dieses Thema besser einzuschätzen.“ Ich bin nämlich noch die Kognitivismusgeneration, ausbildungsseitig.

  2. ixsi sagt:

    Ich würde mich freuen, deine persönliche Meinung als Kognitivist hier zu lesen. 😉

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