Korrekturen

Das leidliche Thema. Jeder Lehrer muss da ungefähr 30 Mal im Schuljahr durch. Es dauert, es beansprucht viel Sitzfleisch, Schokolade und Kaffee. Und eigentlich mag man doch Kinder zu sehr, um ihnen Noten geben zu wollen, die schlechter als 3 sind.

Ich bin gerade mitten in den letzten Korrekturrunden für dieses Schuljahr. Dabei habe ich darüber nachgedacht, wie ich die Korrekturen schnell und effizient gestalten kann, so dass weder ich noch die Schüler unter meiner Korrektur leiden.

Hier mein erster Entwurf:

  • Verwende einen Stift, der angenehm in der Hand liegt. Ich nutze einen Lami-Füller mit roter Tinte und einen Stabilo pointVisco. Der hat einen Gummirand, daher hinterlässt er keine Druckstellen am Finger.
  • Lerne die Lösungen einer Aufgabe und die Punkteverteilung auswendig. Häufiges Nachsehen in der Musterlösung nimmt viel Zeit und lenkt von der Schülerlösung ab.
  • Korrigiere nur eine Aufgabe zur Zeit. Dadurch hast du die Lösung und deinen Bewertungsmaßstab nach mehreren Heften im Kopf.
  • Nutze einen Timer, z.B. InstantBoss. Diesen stellst du auf mehrere Intervalle ein (für Mathe reichen ca. 20-30 Minuten für einen Klassensatz und Aufgabe), also bei 5 Aufgaben auf 5 Intervalle à 20 Minuten mit jeweils 2 Minuten Pause.
  • Nutze ein Tabellenkalkulationsprogramm, um die Punkte zusammenzurechnen. Die Schülerliste kannst du immer wieder verwenden, und die Punktetabelle ist immer übersichtlich.
  • Schreibe die Punkte auf das Arbeitsblatt, da findest du sie schnell wieder.
  • Verwende Klassenarbeitshefte nur als Materialspender. In der Sek. I (Mathe/Frz.) reicht eine Doppelseite locker. So kannst du die Hefte in der Schule liegen lassen, die Schüler haben immer Zettel dabei und du musst nur die Zettel nach Hause tragen. Zettel sparen auch Zeit beim Korrigieren, denn ein Heft muss immer wieder auf der richtigen Seite aufgeschlagen werden, der Zettel jedoch nicht. (Dies ist allerdings ein Punkt, den ich nächstes Schuljahr ausprobieren werde. Denn dadurch, dass ich zwei Klassen parallel unterrichte und die Klassenarbeiten an einem Tag schreibe, werde ich zum Gewichtheber, wenn ich 60 Hefte nach Hause trage. Dies möchte ich nächstes Jahr unbedingt vermeiden.)
  • Belohne dich bei Halbzeit und wenn du mit der Korrektur durch bist. Diese Klasse wirst du erst wieder in einigen Wochen als Korrekturstapel wiedersehen.

Welche Korrekturtipps habt ihr?

5 Antworten zu Korrekturen

  1. Ivo sagt:

    Super.

    Auch ich habe einige Vorschläge:

    * Meine Schulaufgaben, die die Schüler bekommen sind meist gefaltete A3-Seiten. Da bleibt auch Platz für eine Seite Nebenrechnungen.

    * Platz zum Lösen gleich unter den Aufgaben lassen. Da braucht man die Lösungen nicht suchen.

    * Punktevergabe neben die Aufgaben.

    * Am Tag der Schulaufgabe korrigieren. Wenn eine SA einmal liegt, dann liegt sie lange🙂

    * Sorgfältige Musterlösung erstellen.

    * Für DV: Auswertungsbogen erstellen. Damit lässt sich auch für den Schüler verständlich korrigieren.

    * Die Schüler von Anfang an eine sehr gute Form gewöhnen (Ergebnisse unterstreichen, Gleichheitszeichen ausrichten, Bruchstrich in der Mitte der Zeile und mit Lineal, …). Das hilft beim Korrigieren ungemein. Ich habe dieses WE die letzte SA einer 7. Klasse in Mathe korrigiert und war sehr angetan von den Fortschritten, die sie in Sachen Form (und Mathematik) gemacht haben.

    So eine Schulaufgabe sieht bei mir dann so aus:

    http://www.ivo-s.de/bilder/mathe-sa.pdf

    Und der Auswertungsboden für eine Datenverarbeitungs-Stegreifaufgabe so:

    http://www.ivo-s.de/bilder/auswertung.pdf

  2. ixsi sagt:

    Richtig, das schnelle Korrigieren ist ein Grund, weshalb ich möglichst keine Klassenarbeiten mit in die Ferien nehme. Dort liegen sie nämlich bis zum Ende und jagen mir die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen ein.

    Ich versuche möglichst wenig Papier für die Aufgaben zu verbrauchen. Daher sollen die Schüler die Aufgaben auf einem Extra-Blatt bzw. im Heft lösen. Karierte Blätter gibt es genug, da muss ich nicht noch welches drucken.

  3. sjgriebel sagt:

    Geschlossene Aufgaben sind einfacher zu korrigieren als offene Aufgaben. Bei offenen Aufgaben ist der Erwartungshorizont nur bedingt eindeutig bestimmt, eine Musterlösung gbt es daher ebenfalls nur bedingt. Sind offene Aufgaben aber nicht viel wünschenswerter, auch wenn Sie mehr Arbeit machen? Welche Schnellkorrekturtipps gibt es hierfür?

  4. Ivo sagt:

    Ich verwende für Schulaufgaben gern formale geschlossene Aufgaben. Erstens kommt das meinen Schülern entgegen, da sie der Meinung sind, sich besser darauf vorbereiten zu können. Gerade bei Schulaufgaben (doppelte Gewichtung) ist das mMn zu beachten. Zweitens gibt es immer wieder Probleme mit Eltern, die die Vergleichbarkeit und Bepunktung von Arbeiten nicht nachvollziehen können.

    Natürlich sind offene Aufgaben „wünschenswerter“. Das mache ich in kleinen Leistungsnachweisen und im Unterricht. (BTW: Danke für Fermi!)

    Zum Drucken von kariertem Papier: Meine Schüler haben für den Unterricht 2 Hefte (Regelheft/Übungsheft). Lose karierte Blätter sind eher nicht bei ihnen zu finden. Außerdem bin ich ein Pedant🙂

  5. […] schneller, und der Stapel sieht auch viel einladender aus. Aber das liegt vermutlich auch an den Doppelseiten, die ich jetzt austeile und einsammle. Seit die Hefte in der Schule bleiben, kann ich die […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: