Das IWB – ein ganz normales Arbeitsgerät?

Vor ein paar Monaten berichtete ich von einer überraschend guten Fortbildung zum Einsatz des IWB. Infolgedessen plante ich, das IWB in meinem Französischunterricht zu nutzen, da die Klasse den Raum mit dem einzigen IWB seit Beginn des Halbjahres vom Raumplaner zugeteilt bekommen hatte. Ich war also mit meinem Kurs vier Stunden in der Woche in diesem Raum. Geplant hatte ich, keinen hyperaktiven Schnickschnack mit dem Gerät zu betreiben, sondern erst einmal Geräte wie den OHP oder den CD-Player zu ersetzen, um nur ein einziges Gerät bedienen zu müssen.

In diesen paar Monaten ist das IWB für mich schon etwas normaler geworden. Dennoch ist es nicht so selbstverständlich in den Unterricht eingebunden wie ich es mir gewünscht hätte. Das lag an mehreren Faktoren:

1. Das IWB befindet sich an der hinteren Seite des Raumes. Tafel und Lehrerpult liegen aber vorne, sodass die Schüler ihre Stühle, die nach vorne ausgerichtet sind, immer zur anderen Seite drehen müssen. Einige, die besonders weit vorne sitzen, müssen sogar viel näher an das IWB heranrutschen. Das wiederum produziert Unruhe und eine nicht unerhebliche Unterbrechung des Unterrichtsverlaufs. Dazu kommt, dass der Raum ein Kursraum ist, in dem sich die Tische zu Beginn der Stunde selten an den gewünschten Positionen befinden und das Zurechtrücken dort schon einige Zeit in Anspruch nimmt, die ich ungern während der Stunde nochmal für ein Umstellen investieren möchte.

2. Der OHP ist schneller aufgebaut als der Rechner hochfahren kann. Wenn die Schüler eh die Tische umstellen müssen, ist das nicht so ein großes Problem. Wenn ich aber nur ein Bild zeigen oder eine CD abspielen möchte, was ca. 2 Minuten dauert, dann ist das 5minütige Hochfahren lästig und kaum in einer kleinen Pause zu bewerkstelligen. Und wollte ich mal eben ein Bild oder eine Datei aus dem internet abrufen, dann musste ich wenigstens den Schlüssel für den PC-Schrank dabeihaben. Das war aber nicht so selbstverständlich für mich, denn diesen musste ich erst aus dem Sekretariat abholen. Was sehr umständlich ist, wenn man normalerweise nur in dem Nachbarraum wandern müsste, so aber einen Umweg, der 5 Minuten dauert, in Kauf nehmen müsste.

Die Vorteile, die ich erfahren habe, möchte ich aber auch nicht übergehen. Zum einen war das Gerät für die Schüler etwas Neues, an dem sie ausprobieren konnten, z.B. das Schreiben mit verschiedenen Farben und die Schrifterkennung (welches Gekritzel kann das Programm noch erkennen?). Zum andern hatte ich alle benötigten Dateien auf meinem Stick und musste nicht darauf warten, dass die Folie zur Lektion, in die ich einsteigen wollte, wieder in den Ordner zurückgeheftet war (die 3 Kurse liefen schließlich parallel). Fehler auf Folien konnte ich leicht ausbessern, und Lückentexte konnten so ausgefüllt und wiederverwendet werden.

Fazit: Um das IWB wirklich selbstverständlich nutzen zu können, müsste es meiner Meinung nach 1. neben der normalen Tafel befestigt sein, 2. auf Knopfdruck gestartet werden können (am besten ein iPad in IWB-Größe!) und 3. nicht durch einen Beamer angestrahlt werden (die Schatten verdecken ziemlich viel vom Bild). Dennoch werde ich mir in den Ferien Gedanken machen, eine sinnvollere Sitzordnung zu finden, mit der ich den Blick auf das IWB umstellen und dabei größere Unruhe vermeiden kann. So kann ich hoffentlich das IWB im neuen Schuljahr als Präsentationsgerät besser nutzen.

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