Sign-Workshop „Medienkompetenz“

Am Mittwoch fand für meine Klasse im Rahmen unseres Präventionskonzepts ein Workshop zum Thema „Medienkompetenz“ statt. Medienkompetenz ist ein sehr schwammiger umfassender Begriff, die Inhalte in diesem Workshop mussten daher sehr eingegrenzt werden. Es standen also Soziale Netzwerke und Cybermobbing, Computersucht und Medienrechte auf dem Plan. Zugegeben, 4 Schulstunden sind sehr knapp für ein so umfangreiches Gebiet, jedes dieser Teile wäre es wert gewesen, sich vier Stunden lang damit intensiv zu befassen. Ich halte diesen Workshop deshalb auch eher für einen Überblick und eine Basis für die nächsten Klassenlehrer-Sign-Stunden. Den Workshop leiteten zwei Frauen der agentur prevent, die die Sign-Bausteine und das zugehörige Material entwickelt. Während dieses Workshops war ich daher nur Zuschauer und konnte mir so einen guten Eindruck von den Kenntnissen der Schüler im Umgang mit dem Internet machen. Ich fasse den Ablauf mal kurz zusammen, die Titel verlinken zu den entsprechenden Materialien von Sign.

Ablauf

1. SchülerVZ

Die Schüler erstellen ein fiktives SchülerVZ-Profil. Im Anschluss daran schreiben sie in den Profilseiten der anderen Gruppen Einträge in die Pinnwand, die möglichst realistisch sein sollen. Danach liest jede Gruppe die Kommentare auf der eigenen Seite und formuliert die Gefühle, die die Person haben würde, wenn sie diese lesen würde. Diese Gefühle werden auf Kärtchen notiert und an der Tafel gesammelt. Nun liest jede Gruppe die Kommentare vor. Die Teamleiter weisen dabei auf Beleidigungen, Mobbing und anzügliche Kommentare hin, schließlich lesen da nicht nur Schüler mit. Daraus entwickelt sich ein Gespräch darüber, was Mobbing ist und was man dagegen bzw. gegen unerwünschte Kommentare tun kann.

2. Das Beleidigungsquadrat

Die unterschiedlichen Formen von Beleidigungen und deren Strafmaß werden besprochen. Danach ordnen sich die Schüler in einem auf den Boden gezeichneten Beleidigungsquadrat der Form zu, die zu vorgelesenen Situationen passt. Ziel ist, den Schülern zu zeigen, dass sie sich nicht alles bieten lassen müssen.

3. Computerfreak / 4. Klickst du noch ganz richtig?

Die Schüler ordnen Fallbeispiele nach der Schwere der Internetabhängigkeit. Ursachen und Merkmale von Sucht werden angesprochen.

5. Medien und Recht

Es werden Schülerpaare gebildet, indem die Teamleiter Fallbeispiele und dazu passende Gesetze verteilen und die Schüler diese wieder zusammensetzen müssen. Allerdings wird in diesen Paaren nichts weiter gemacht, außer dass diese im Plenum ihre Beispiele und das Gesetz vorlesen. Die Teamleiter ergänzen noch Informationen, die Schüler können hier Fragen stellen.

Ich denke, dass die Inhalte, der Ablauf und die Methoden insgesamt gut gewählt waren. Gerade die Arbeit an den Profilen und mit den Fallbeispielen zur Internetsucht hat meiner Klassen gut gefallen. Allerdings haben diejenigen, die schon länger bei SchülerVZ angemeldet sind, über den Umgang mit privaten Daten und Beleidigungen nicht viel Neues erfahren und die Schüler, die dort kein Profil hatten, interessierte es nicht so sehr.
Beim Thema Internetsucht passten sowohl die Methoden als auch das Niveau. Damit werde ich in den nächsten Sign-Stunden weiterarbeiten. Das bietet mir auch eine passende Überleitung zum nächsten Sign-Workshop zum Thema Alkohol, Rauchen, Drogensucht. Aber gerade hier machte sich der Zeitdruck bemerkbar. Hier hätten Videos und Bilder den Schülern einen Eindrück geben können, denen die Spiele wie Counterstrike und World of Warcraft nicht geläufig sind, statt diese nur mit Worten zu beschreiben.
Der letzte Abschnitt zu Gesetzen im Zusammenhang mit den Medien erschien mir sehr lang, da jede der 12 Fallbeispiele besprochen wurde, es allerdings oft auch nicht mehr als das entsprechende Gesetz vorgelesen wurde. Weniger Beispiele, dafür intensiver und in anderen Gesprächsformen wären meiner Meinung nach sinnvoller gewesen. Aber hier kann ich ja weitermachen, z.B. mit dem Schwerpunkt Handy (besonders Video und Fotos) oder Copyright im Internet.

Fazit

Ich kann diesen Workshop mit gutem Gewissen empfehlen, wenngleich ich für die Durchführung aller Themen mindestens 6 Stunden einplanen würde, am besten auf zwei Tage verteilt. Denn nach mehreren Stunden intensiver Arbeit lässt die Konzentration erheblich nach, die gerade bei einem theoretischen Thema wie Recht und Gesetze sehr stark gefordert wird.

Advertisements

2 Responses to Sign-Workshop „Medienkompetenz“

  1. Kai sagt:

    Für die Schüler sicherlich sinnvoll, aber ich finde es schade, dass bei dem Stichwort „Medienkompetenz“ dann so oft nur negative Dinge behandelt werden. Unter Kompetenz fällt doch auch der kreative Umgang mit dem Medium.

  2. ixsi sagt:

    Ich sehe es auch so, dass der Titel etwas unglücklich formuliert ist. Dennoch ist dieser Workshop nur ein Teil des Unterrichts im Umgang mit Medien. Darunter fallen auch die Word-/Excel-/PowerPoint-Kurse, GeoGebra im Matheunterricht, das Erstellen von Videos im Deutschunterricht… Deshalb fidne ich es nicht so problematisch, unter diesem Titel einen kritischen Blick auf SchülerVZ zu werfen. Wobei der Schwerpunkt ja auf den Rechten der Schüler im Internet lag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: