Online-Fortbildung – Ein Erfahrungsbericht

Gerade ist sie zu Ende gegangen, meine erste online-Fortbildung. Das Thema war „Arbeits- und Selbstorganisation, Ziele, Zeitmanagement, das Schuljahr planen“, allerdings nur der erste Teil, der zweite folgt nächste Woche. Den Inhalt werde ich nur kurz zusammenfassen, denn ich denke, dass die Art der Veranstaltung für euch wesentlich interessanter ist (obwohl ich hier auch wieder einiges Neues erfahren habe).

Heute ging es hauptsächlich um die Planung des Schuljahres und das Setzen von Zielen. Nach einer kurzen Selbsteinschätzung wies die Leiterin der Fortbildung, Izabela Schürmann vom Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, auf wichtige Termine, die man bei der Grobplanung berücksichtigen sollte, hin und stellte dann das SMART-Prinzip vor. Doch auch das konkrete Planen von Zielen schließt das Träumen nicht aus, und so wurde kurz das Walt-Disney-Prinzip präsentiert, bei dem es darum geht, aus Träumereien konkrete Ziele zu machen, die den kritischen „Ja, aber…“-Gedanken standhalten können.

Die technische Umsetzung erfolgt durch Adobe Connect. Dazu wird der Flash-Player benötigt. Ein Headset ist sinnvoll, wenn man mitreden möchte. Die Anmeldung für eine online-Fortbildung erfolgt ganz unkompliziert: man meldet sich mit seinem Namen und einer e-Mail-Adresse an und loggt sich dann als Gast mit seinem Namen ein. Dann kann man auch schon loslegen: entweder durch Wortbeiträge im Chat oder übers Mikro. Heute lief die Verbindung gut, kein Rauschen, keine Abstürze. Der Veranstalter kann zwischendurch zur Abstimmung aufrufen, auf die man im eigenen Statusfeld mit Häkchen oder Kreuzchen antworten kann. Man sieht dann sofort auch, was die anderen abgestimmt haben. In einer RL-Fortbildung wäre das dasselbe wie eine Abstimmung per Handzeichen.

Die Wortbeiträge kommen meiner Meinung nach etwas zögerlicher als in einer RL-Fortbildung, weil man in letzterer auch die Mimik als Reaktion hat, während man sich online erst dazu überwinden muss, dies noch in Worte zu formulieren. Auch der sonst übliche „Jetzt machen Sie mal was in Gruppenarbeit oder mit Ihrem Nachbarn“ fehlt bei einer solchen Fortbildung. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Fortbildung kurz und auf das Wesentliche beschränkt ist, hat aber den Nachteil, dass eine richtige Diskussion kaum zustande kommt. Ich kann mir aber vorstellen, dass mit wachsender Vertrautheit mit dem verwendeten Programm auch die aktive Teilnahme zunehmen wird. Vielleicht wäre auch ein anschließender Chat (meinetwegen auch bei Twitter) sinnvoll, um Tipps auszutauschen und um einzelne Fragen zu klären (oder auch um neue Fragen für die Folgeveranstaltung aufzuwerfen).

Was ich persönlich angenehm finde, ist das Verfolgen der Beiträge. Entweder sie sind schriftlich im Chat fixiert oder sie kommen nicht dazwischengerufen, sondern als angemeldeter Beitrag (heute war der Raum so eingerichtet, dass nicht jeder jederzeit reden konnte, sondern man erst von der Veranstalterin das Mikro „in die Hand gedrückt“ bekam“). Währenddessen habe ich mich mal gedanklich kurz ausgeklinkt und habe 1. Ziele entsprechend des SMART-Prinzips für meine 8. Klasse in der aktuellen Einheit umformuliert, 2. einen GEW-Newsletter schnell überflogen und den für mich interessanten Absatz gelesen und 3. ein wenig zum Thema SMART gegoogelt. Achja, meinen Lieblingskaffee auf meinem Schreibtischstuhl in meinem angenehm beheizten Büro habe ich auch noch genossen.

Alles in allem war es eine informative Veranstaltung, die technisch glatt lief und zu der ich entspannt erschien und an der ich mich gerne und nicht übermüdet beteiligen konnte. Daher habe ich auch schon einige der nächsten Veranstaltungen in meinen Kalender eingetragen. Da ich mich spontan dazu entscheiden kann, teilzunehmen, muss ich nicht meinen gesamten Zeitplan nach der Fortbildung ausrichten (im Vergleich mit einer RL-Fortbildung, bei der ich eine Stunde Fahrtzeit mit dem Auto und ein Mittagessen „auf die Hand“ einplanen muss).

Hier einige Fortbildungen über den Einsatz von Medien, an denen ich teilnehmen möchte:
14.09.2010, 19.00-20.30 Uhr: “Helferlein” für Sprachblogs und Moodle (Veranstalter ist Jürgen Wagner)
22.09.2010, 19.00-20.30 Uhr: Editieren von Sounds mit Audacity
23.09.2010, 19.30-21.00 Uhr: Google Docs in the Foreign Language Classroom
07.10.2010, 19.30-21.00 Uhr: Web 2.0 dans l’enseignement des langues étrangères
28.10.2010, 19.00-20.30 Uhr: Schreiben im Netz(werk)“Read-Write Web“
04.11.2010, 19.00–20.30 Uhr: Wiki im Fremdsprachenunterricht (Veranstalter ist Ralf Klötzke, Mitarbeiter beim ZUM-Wiki)
12.01.2011, 18.00-19.30 Uhr: Moodle, Einführung für Beginner
17.02.2011, 19.00-20.30 Uhr: Lernen und Unterrichten mit Blogs

Ich hoffe, ich habe den ein oder anderen Mitleser meines Blogs davon überzeugen können, an einer online-Fortbildung teilzunehmen. Vielleicht treffen wir uns ja auf einer der nächsten Fortbildungen!

Eine Antwort zu Online-Fortbildung – Ein Erfahrungsbericht

  1. Timo sagt:

    Danke Dir für diesen ausführlichen Einblick!
    Meine ersten Erfahrungen mit online-Fortbildungen waren (v.a. wegen der holprigen Technik) eher mäßig. Dabei war ich Teilnehmer und auch Dozent und in dieser Zeit habe ich mir so meine Vorurteile über die Online-Fortbildungen gebildet, die ich anscheinend viel zu lange „gepflegt“ habe!😉
    Deine Eindrücke ermuntern mich, es noch einmal auszuprobieren!

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