Oberstufe und Uni

In der Zeit erschien jüngst ein Artikel über das Ingenieursstudium mit einer noch längeren Kommentarliste zu den Gründen, ob und wieso im Studium eiskalt ausgesiebt wird – mit sich ständig wiederholenden Gründen, dass die Studenten heutzutage faul seien oder die Uni sie nicht in Brückenkursen oder auch im Studium nicht an die Hand nähmen.

Neulich im Gespräch mit einem Lehrer fiel mir auf, dass die Oberstufenschüler viel mehr Stunden auf dem Plan haben als ich es jemals hatte. 35 Stunden ist da normal, zu meiner Zeit hieß es noch 30 Stunden, maximal 34 (ich hatte 33), aber nicht in den letzten zwei Semestern, da waren es oft nur noch 28 oder 29 Stunden. Darin enthalten waren zwei fünfstündige Fächer aka Leistungskurse, in denen inhaltlich kaum weniger, dafür aber intensiver, stattfand als in den heutigen vierstündigen Kursen auf erhöhtem Niveau. Die ca. 6 Stunden Unterschied machen drei zweistündige Fächer aus, d.h. auch entsprechend weniger Klausuren, Hausaufgaben, Refererate, dafür aber eine mehr Vorbereitung auf das Abitur und das Studium (und auch mal Unterrichtsschluss nach der 6. Stunde).

Durch die vielen Fächer sind zwar die Schüler in der Breite beschult worden, haben sich aber mit einzelnen Fächern oder Fächergruppen kaum richtig auseinandersetzen können. Die Vorbereitung auf die spezialisierte Arbeitswelt und das Studium mit reduzierter Fächerzahl würde dagegen beinhalten, dass Methoden und Techniken speziell ausgerichtet trainiert werden könnten, so dass der Übergang leichter fallen würde.

Wenn schon Unterricht in der Breite, warum dann nicht einfach Deutsch, Mathe, eine Fremdsprache (statt 2), eine Naturwissenschaft (statt 2), eine Gesellschaftswissenschaft (statt 2-4), Sport als Pflicht, den Rest (bis insgesamt ca. 28-30 Stunden erreicht sind) nach freier Wahl gefüllt, zwei Fächer echt vertieft (d.h. auch mit 5 Stunden Zeit)? Reduziert auf das Nötigste, ausgerichtet auf das Interesse des Schülers.

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