Kannste googeln, kannste alle Sprachen!

Als mein Mann und ich unser Hochzeitsgästebuch durchlasen, kamen wir zu einer Seite, auf der ein Gast etwas auf portugiesisch geschrieben hatte. Da weder mein Mann noch ich portugiesisch können, und ich mit meinen Französisch-, Latein- und Spanischkenntnissen nur Bruchstücke entziffern kann („nova etapa da vida“ -> nouvelle étape de vie, „juntos“ -> junto (span.)), musste also eine Übersetzung her.
Den Text gab ich bei Google translate ein und erhielt eine schon recht brauchbare Übersetzung. Zwei Passagen klangen noch etwas holprig, daher übersetzte ich mit dem Online-Wörterbuch von PONS einzelne Wörter. Dadurch fand ich heraus, dass ich zwei Wörter falsch abgelesen hatte und dies nun korrigieren konnte, und dass das Verb „dar“ auf deutsch sowohl „geben“ als auch „machen“ bedeutet.

Ich bin immer noch verblüfft, wie gut Googles Übersetzer mittlerweile geworden ist, dass ich nur noch zwei Ausdrücke mit einem Wörterbuch überprüfen musste. Wie muss es dann Schülern gehen, die in der Oberstufe einen französischen Text lesen? Oder schon in der Mittelstufe? Eigentlich bräuchte ein Schüler doch gar nicht mehr den Text auf französisch lesen. Er scannt den Text ein, kopiert alles in den Google Übersetzer – wenn der Text zu lang wird, nur kapitelweise – und überarbeitet die holprigsten Stellen mit einem Wörterbuch. So kann er den Text auf deutsch lesen und leicht verstehen. Leseverstehen auf französisch wird somit nicht mehr benötigt.

Etwas weiter gedacht kann man ja auch einzelne Sätze vom Deutschen ins Französische (oder in eine beliebige andere Sprache) übersetzen und vorlesen lassen, dann weiß die andere Person, was man eigentlich sagen wollte. Als Tourist, der nicht zu viele komplizierte Sätze benötigt („Ein Glas Wasser, bitte.“, „Wo geht es zum Strand?“) ist man daher gar nicht mehr auf Englisch-, Französisch- oder Chinesischkenntnisse angewiesen.

Ws mich zu der Frage führt: Brauchen Schüler heutzutage eigentlich noch Fremdsprachenkenntnisse?

Eine Antwort zu Kannste googeln, kannste alle Sprachen!

  1. Daniel Eisenmenger sagt:

    Oder alternativ teilen Schüler die Kapitel einer Lektüre untereinander auf, tippen diese ab und lassen sie von google übersetzen, um sich die Übersetzungen gegenseitig zuzuschicken. Ich finde es eine legitime Hilfe und wenn ich mich richtig zurückerinnere, haben sich „früher“ viele in Schule und Studium die deutsche Version der aktuellen Lektüre im Buchhandel besorgt. Soviel ist also gar nicht anders. Das Abtippen (wenn die Schüler denn nicht scannen) ist im Vergleich zum übersetzten Buch sogar noch mit etwas Spracharbeit verbunden😉

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