Schüleraustausch Le Mans 2011

Seit Freitag bin ich von einem Schüleraustausch in der Nähe von Le Mans zurück. War alles ganz aufregend für alle Beteiligten. Schließlich kannten sich die Schüler bisher nur durch E-Mails, Briefe und ggf noch Facebook oder Chats. Und dann ist da ja auch die Sprachbarriere. Aber dann lief alles ganz super, Sprachhindernisse wurden mit Händen und Füßen, Gestik, einer Portion Englisch und viel Lachen überwunden. Mancher deutsche Schüler wollte am Ende gar nicht wieder zurück! Ich zähle jetzt nur kurz auf, was wir mit der Klasse und in der Familie gemacht haben.

Franzosen sind sehr gastfreundlich

Ich war bei einer jungen Familie, deren Tochter mir am zweiten Tag alle ihre gezeichnete Kunstwerke genau beschrieb. Essen gab es reichlich (mit typischem französischen Frühstück), und jedesmal bestand die warme Mahlzeit aus Salat oder einer anderen Vorspeise, dem Hauptgericht, Käse und dann Dessert. Auch wenn wir mittags schon gegessen hatten und abends noch eingeladen waren, wurde wieder ein vollständiges Menü präsentiert. Und beim Essen wurde viel geredet und gelacht. Da wurden Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich diskutiert, aber auch Gemeinsamkeiten gefunden, Scherze gemacht und über die täglichen Erlebnisse mit der Schülergruppe berichtet. Nebenbei: Milka verkauft die 300g-Tafeln nicht in Frankreich, und „Merci“-Pralinen gibt es dort auch nicht.

Le Mans ist nicht nur „24 Stunden“

Le Mans ist echt eine Reise wert. Durch die mittelalterliche Altstadt mit ihren vielen Kunstgeschäften, dem Markt und der Kathedrale Saint-Julien kann man stundenlang laufen, ohne dass einem langweilig wird. Dann kann man noch an der alten Stadtmauer oder entlang der Sarthe laufen, die durch die Stadt fließt. Oder man kann (wie ich an meinem freien Nachmittag) durch die vielen Geschäfte laufen und dabei viel Geld ausgeben. Meine Einkaufstipps sind an dieser Stelle die Chocolaterie und das riesige Medienkaufhaus Fnac. Dass man von Le Mans aus auch ein Stück auf der Rennstrecke der „24 Stunden von Le Mans“ fährt, ist eigentlich nur Nebensache.

Franzosen bauen gerne groß

Jeder, der schon einmal in Paris war, weiß, dass „schnell mal zwei Häuser weiter gehen“ mehrere 100 Meter bedeuten kann. Trotzdem sind wir viel gelaufen und haben so viele wichtige Stationen der riesigen Stadt besuchen können: Eiffelturm, Bootsfahrt auf der Seine rund um die Île de la Cité, Place de la Concorde, Tuilerien, Louvre, Notre-Dame, Centre Pompidou und der Tour Montparnasse (letzteren mit der Metro). Die Sacré-Coeur besichtigten wir am Abreisetag.

Noch imposanter war am nächsten Tag das Schloss von Versailles. Riesig beschreibt nicht mal im Ansatz das, was ich in dem Augenblick dachte, als ich vor dem ersten Tor stand! Etwas relativiert wurde mein Gedanke, als ich mich im Strom der anderen Besucher durch die Räume des Schlosses, vorbei an unzähligen Bildern, Teppichen, Marie-Antoinettes Schlafgemach, dem Spiegelsaal mit einem Bild vom Abschluss des Vertrags von Versailles und den königlichen Räumen drängte. Nicht alles, was wie Marmor aussieht, ist auch echter Marmor, stattdessen findet man viel entsprechend bemaltes Holz. Dennoch erhält man einen guten Eindruck vom königlichen Leben im Schloss vor der Revolution von 1789.

Und dann der Garten! Wunderschön und noch viel riesiger als es auf Fotos aussieht. Allein dort kann man einen ganzen Tag verbringen und hat wahrscheinlich immer noch nicht alles gesehen. Hinter jeder Hecke kann sich eine neue Statue, ein kleiner Park oder eine neue Fontäne befinden. Natürlich wuchert kein Unkraut, und Hecken und Bäume sind auch keinem Wildwuchs ausgesetzt. Der König wollte sich schließlich nicht langweilen, sondern sich gepflegt amüsieren.

Und außerdem

Und dann war da noch das buddhistische Zentrum, das in einem der umliegenden Schlösser untergebracht war und in einem Meditationsraum eine riesige Buddhastatue stand. Und wir nahmen an zwei Tagen am normalen Schulunterricht teil. Hier konnten die Schüler Unterschiede zu unserem Schulalltag feststellen wie der längere Schultag (bis 16.30, am Mittwoch bis 12 Uhr), Lehrerräume statt (Schüler-)Klassenräume und der damit verbundenen Ausstattung der Räume, der höhere Status der Lehrer (Nebenraum in der Kantine, „Oui, madame/monsieur“ als Antwort), das Abgeholtwerden vom Schulhof durch die Lehrer, die Permanence, das schnellere Verteilen der „colle“, d.h. dem Nachsitzen, der Dauer der Schulstunden (55 Minuten statt 45 Minuten), und noch so vieles mehr.

Alles in allem war der Austauch für beide Seiten eine große Bereicherung. Ich freue mich schon sehr auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr und hoffe, dass alle Teilnehmer auch viele Eindrücke vermitteln und mitnehmen können.

Häufigkeit des Wortes „riesig“ in diesem Text: 5

Eine Antwort zu Schüleraustausch Le Mans 2011

  1. Inu sagt:

    Aufgrund des Selbstbezuges ist die Anzahl von ‚riesig’=6 :p Diesen Kommentar brauchste nicht veröffentlichen.

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