Ich bin vorhersagbar

Mittwoch, 11. Juli 2012

Neulich war Abistreich. Und wieder mit Spielen, bei denen Schüler- gegen Lehrerteams antreten mussten. Ein Spiel war, abwechselnd aus fünf Eiern eines auszuwählen und sich gegen die Stirn zu schlagen. Wer das rohe Ei findet, hat verloren. Das gleiche folgte anschließend mit 4 Wasser- und einer Colaflasche sowie Mentos-Bonbons. Die Schüler fangen an.
Bei mir stellen sich alle Matheaufgabenplanungsantennen auf Habacht-Stellung. Das passt doch super in mein Thema Mehrstufige Zufallsexperimente in Klasse 7. Wie fair ist es, dass immer die Schüler anfangen dürfen?
Am nächsten Tag komme ich in die Klasse. „Was hat euch gestern am besten gefallen?“ beginne ich in beiläufiger Smalltalk-Manier. „Das Spiel mit den Eiern! Und mit den Mentos-Dingern! Da haben wir gedacht, das werden wir bestimmt heute in Mathe analysieren.“
Woher die das bloß wussten?! 😀

P.S.: Das Spiel begünstigt das erste zweite Team mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 60%.

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Mathe in Bildern

Mittwoch, 7. März 2012

Ergebnis: A Billion!

Mathetipps für 5ct

Mathe ist wichtig

Mathelehrer vermitteln universelle Wahrheiten

Was senkrecht wirklich bedeutet

 

Finde den Fehler:

Symmetrie

Diagramm mit Prozentzahlen

Link- und Rechtsextremismus im Verhältnis

Anteile bestimmen

Rechnen mit Brüchen


Das Griechische und die Mathematik

Sonntag, 15. Januar 2012

Eine sehr subjektive Aufstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit, mit Hilfe von Wikipedia erstellt:

 

Arithmetik, Logarithmus: arithm– = Zahl

Parabel: –bel = Wurfgeschoss (!) (Probleme wirft man ja auch auf…)

Parabel, Parallele: para– = von…her, bei, neben…hin, zu…hin, entlang

Basis: bas– = Sockel, Grundlage, Schritt

Polygon, Pentagon: –gon = Knie, Ecke, Winkel

Graph (den ich aus Sturheit immer noch mit ph schreibe): –graph = schreiben (die Grammatik ist dann etwas Geschriebenes, ebenso das Programm (pro- = vor) und das Parallelogramm)

Polyeder, Tetraeder: –eder = Ort zum Sitzen, (Sitz-)Fläche (dazu sind also Kathedralen da…)

Homomorphismus: homo– = gleich

Analysis: –lys– = (auf-)lösen, Auflösung (daher also die vielen Gleichungen)

(O-)mega: mega– = groß

Meter, Geometrie: –meter, –metr– = Maß

mikro, Omikron: mikro– = klein

Homomorphismus: –morph– = Gestalt

nano: nano– = Zwerg

Polynom, Binom(ische Formeln): –nom = Gesetz

orthogonal: ortho– = recht, richtig, aufrecht

Polstelle, Polgerade: pol– = Achse

Polyeder, Polygon: poly– = viel, mehrere

Trapez: –pez = („Vierfuß“), Tisch (perspektivisch gezeichnet)

Analysis: an(a)– = hinauf, über…hin, je

Diagonale, Diagramm: dia– = durch, hindurch

Hyperbel: hyper– = über, oberhalb, über…hinaus

Periode: peri– = um…herum

Symmetrie: sym– = zusammen mit

Trigonometrie: tri– = drei

Tetraeder: tetra– = vier

Pentagramm, Pentagon: penta– = fünf

Hexagon, Hexadezimalsystem: hexa– = sechs

Oktaeder: okta– = acht

Dodekaeder: dodeka– = 12

Ikosaeder: eikosa– = 20

Hypotenuse: –ten– = dehnen, spannen

Hypotenuse: hypo– = unter, unter…hin

Hektar: hekaton = 100

Kilo, Kilometer: chilio– = 1000

 

Dabei noch entdeckt: Pfingsten heißt auf französisch „pentecôte“, das wiederum aus dem griechischen pentekonta = 50 stammt und den 50. Tag nach Ostern bezeichnet.


Mathe-Videos

Samstag, 26. November 2011

Wenn man an Videos über Mathe denkt, dann erscheinen die Vortragsvideos der Khan-Academy oder die Vorlesungsaufzeichnungen von Christian Spannagel. Wenn man über Mathematik ein Lied komponiert, dann erhält man Videos wie zum Beispiel:

  1. Die Hauptsatzkantate
  2. Die Binomischen Formeln
  3. Der Satz des Pythagoras in Anwendung

Kennt ihr weitere Mathe-Songs?


Lange Nacht der Mathematik – Teil 2

Samstag, 19. November 2011

Um 18 Uhr begann der Wettbewerb nach einer kurzen Ansprache der Mathelehrer. Dann richteten sich die mehr als 80 Schüler in ihren Arbeitsräumen ein und begannen mit den Aufgaben. Gegen 22 Uhr dann der erste Erfolg: unsere Benjamin-Gruppen sind eine Runde weiter. Eine Stunde später auch Jubel bei den 9.- und 10.-Klässlern, die die 1. Runde geschafft hatten. Unruhe gab es bei den 7.- und 8.-Klässlern, die mit 2 Aufgaben erhebliche Probleme hatten und fast schon aufgeben wollten. Doch nach diversen Rückmeldungen auch aus anderen Schulen reagierte die Wettbewerbsleitung in Neumünster und strich die fehlerhaften Aufgaben, so dass sich auch diese Stufe um kurz vor Mitternacht darüber freuen konnte, in die 2. Runde gekommen zu sein. Dafür verlief die 2. Runde hier wesentlich leichter. Mit Hilfe ihrer Kenntnisse aus dem Matheunterricht (wie uns Mathelehrern hier das Herz höher schlug! 😉 ) waren sie schon eine halbe Stunde später in Runde 3. Während die ersten beiden Runden noch als gesamte Stufe zu absolvieren war, mussten sie nun in ihren Teams weiterarbeiten. Für die Benjamin-Gruppe war um Mitternacht Schluss in der Schule, sie konnten aber an den letzten drei von 10 Aufgaben noch von zu Hause aus weiterarbeiten. Die 11. Klasse hatte inzwischen auch die 2. Runde erreicht. Der Erfolg aus den ersten beiden Runden hielt in der Mittelstufe noch etwas an, doch gegen 2 Uhr machte sich hier Müdigkeit breit. Nun wurde abwechselnd geschlafen, durch die Gänge spaziert und weitergerechnet. Schließlich konnten die meisten Teams ihre Lösungen heute morgen einscannen und bis um 8 Uhr nach Neumünster mailen.

Zwischendurch gab es eine Pizzabestellung (solche Freude über eine Großbestellung habe ich noch nie erlebt!) und Würstchen sowie Wasser und Cola, zusätzlich zu den mitgebrachten Energydrinks, Chips und Schokoladenkeksen.

Die Atmosphäre während der gesamten Nacht war grandios. Wie die Schüler verbissen an den Aufgaben arbeiteten, in Formelsammlungen nachschlugen und immer wieder neue Lösungswege ausprobierten, stand sehr im Gegentz zum normalen Matheunterricht, der mit dem Gong anfängt und endet.

Aber auch die Technik spielte dieses Jahr mit. Der Wettbewerbsserver hielt dem Ansturm statt, als alle die Aufgaben der ersten Runde runterladen und ausdrucken wollten. Es gab keine Spielverderber, die Hackerangriffe auf den Server ausführten, jedenfalls haben wir hier nichts davon mitbekommen. Lösungen konnten immer eingegeben werden, allerdings ließ sich die 10-Minuten-Sperre leicht mit dem „Eine Seite zurück“-Button im Browser umgehen.

Nun ist sie vorbei, die Lange Nacht. Ich spüre sie jetzt noch: ich bin müde und verspannt. Aber am Montag werden die Schüler, die dabei waren, die Helden sein, die jede Aufgabe natürlich ganz alleine gelöst haben und ohne ein Nickerchen zu machen durchgearbeitet haben. Und sie wollen alle nächstes Jahr wieder dabei sein, bei der Langen Nacht der Mathematik 2012.


Uwe Seeler und Fermi

Freitag, 4. November 2011

Die heutige Folge von „Frühstück bei Stefanie“, einer Radio-Comedyserie von NDR2, beschäftigte sich mit einer Fermi-Aufgabe:
Ein Bronze-Abbild von Uwe Seelers Fuß ist 5 m lang. Wie groß müsste eine vollständige Statue seines Körpers sein?

Ich würde da noch ergänzen: Wieviel Bronze ist dafür nötig?


Wozu braucht man das?

Samstag, 15. Oktober 2011

Wo sich der Halbtagsblog und Hokey damit beschäftigen, greife ich die Frage jetzt auch mal auf.
Ich schreibe hier nicht über den leichten Anflug von Panik, der mich erwischt, wenn ich an der Reihe bin, das Protokoll zur Lehrerkonferenz zu verfassen, weil wir im Deutschunterricht nur Aufsätze schreiben mussten.

Viel lieber schreibe ich darüber, wie die Mathematik meine Faulheit in manchen Dingen unterstützt.

Kopfrechnen zuum Beispiel. Damt kann man 7.-Klässler vergraulen. Normalerweise nimmt man ja auch den Taschenrechner. Vor allem, weil man sich dann ja auch mit den richtigen Problemen und den Argumenten beschäftigen kann, sagt der Didaktiker. Blöd nur, sage ich, wenn ich auf der Couch sitze und rechne und der Taschenrechner sich in meinem Arbeitszimmer befindet. Zum Aufstehen bin ich zu faul, also wird die Nebenrechnung auf die Rückseite des Zettels geschmiert oder die Wurzel bis auf eine Nachkommastelle im Kopf überschlagen.

Trigonometrie ist auch so eine Richtung, die mir entgegenkommt. Als Student lebte ich in einer Dachwohnung mit ganz toller Dachschräge. Eines Tages wollte ich in meiner Küche ein Brett anbauen, auf dem meine Mikrowelle stehen sollte. Ort des Bretts: so hoch wie möglich über dem Herd, rechts begrenzt durch einen Hängeschrank, links durch die Dachschräge. Als Messwerkzeug stand mir ein Zollstock zur Verfügung, der aber in der Höhe, wo ich das Brett möglichst anbringen wollte, sich nicht mehr vernünftig ausklappen ließ. Wäre ich an dem Tag voller Tatendrang gewesen, wäre ich zum nächsten Baumarkt gefahren und hätte mir ein Maßband gekauft, dann hätte ich das Band genau anlegen können und ich hätte das Brett nach diesen Maßen angebaut. Aber so war ich ja nicht. Deswegen wurde an zwei erreichbaren Stellen die Breite des Wandstückes mit dem Zollstock gemessen, damit der Winkel der Dachschräge (oder nur die Steigung, weiß ich nicht mehr so genau) berechnet und daraus wiederum die Höhe berechnet, in der das Brett noch hängen konnte. Und exakt zwei Dübel und zwei Schrauben später hing das Brett an der gewünschten Position.

Was das Nullstellenproblem angeht: das ist für mich nur eine Reduzierung der verschiedenen Gleichungstypen, d.h. jede Gleichung lässt sich als Suche nach Nullstellen umschreiben. Ob sie jemals für einen wichtig werden, darüber erlaube ich mir kein Urteil. Schließlich halte ich auch die Lektüre von Emilia Galotti für vergeudete Zeit, möchte aber Dürrenmatts „Physiker“ auf keinen Fall mehr missen. Aber was werde ich dazu in 10 Jahren sagen?


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