Ich bin vorhersagbar

Mittwoch, 11. Juli 2012

Neulich war Abistreich. Und wieder mit Spielen, bei denen Schüler- gegen Lehrerteams antreten mussten. Ein Spiel war, abwechselnd aus fünf Eiern eines auszuwählen und sich gegen die Stirn zu schlagen. Wer das rohe Ei findet, hat verloren. Das gleiche folgte anschließend mit 4 Wasser- und einer Colaflasche sowie Mentos-Bonbons. Die Schüler fangen an.
Bei mir stellen sich alle Matheaufgabenplanungsantennen auf Habacht-Stellung. Das passt doch super in mein Thema Mehrstufige Zufallsexperimente in Klasse 7. Wie fair ist es, dass immer die Schüler anfangen dürfen?
Am nächsten Tag komme ich in die Klasse. „Was hat euch gestern am besten gefallen?“ beginne ich in beiläufiger Smalltalk-Manier. „Das Spiel mit den Eiern! Und mit den Mentos-Dingern! Da haben wir gedacht, das werden wir bestimmt heute in Mathe analysieren.“
Woher die das bloß wussten?! 😀

P.S.: Das Spiel begünstigt das erste zweite Team mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 60%.

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Mehr Klassen müssen größer sein

Donnerstag, 5. Juli 2012

In Niedersachsen gilt ab den jetzigen 5. Klassen aufsteigend eine Klassenobergrenze von 30 Schülern für die Jahrgänge 5 bis 9. Liegt die Schülerzahl s eines Jahrgangs so weit darunter, dass für die n Klassen des Jahrgangs gilt: (n-1)*30 < s, dann müssen die Klassen zusammengelegt werden. In der Regel soll dies aber nur nach der 6. und nach der 8. Klasse bzw. nach der 9. Klasse (geplant, vermutlich nur bis zu den nächsten Landtagswahlen im Januar) geschehen.

Außerdem haben niedersächsische Gymnasien mindestens 2 und maximal 6 Klassen pro Jahrgang. Das heißt, 2 n ≤ 6, also wir bei midnestens 3 und höchstens 6 Klassen überhaupt zusammengelegt. Um die durchschnittliche Schüleranzahl d pro Klasse herauszufinden, ab der die Klassen zusammengelegt werden, muss man die maximale Gesamtschülerzahl in der Jahrgangsstufe berechnen, wenn es eine Klasse weniger gibt, d.h. (n-1)*30. Diese muss durch die momentan bestehende Klassenzahl n dividiert werden, also d = (n-1)*30/n. Mit ein paar Termumformungen erhält man daraus d = 30 – 30/n. Somit ergeben sich folgende durchschnittliche Mindestschülerzahlen pro Klasse, damit Klassen zusammengelegt werden müssen:

  • von 3 auf 2 Klassen: 20 Schüler
  • von 4 auf 3 Klassen: 22,5 Schüler
  • von 5 auf 4 Klassen: 24 Schüler
  • von 6 auf 5 Klassen: 25 Schüler

Mit anderen Worten: Wenn ein Gymnasium mehr Klassen hat, sind auch die Klassen viel größer. Man kann jetzt daraus folgern, dass Schüler an kleineren Gymnasien die besseren Lernbedingungen haben. Andererseits sind ihnen manche Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe verwehrt, wenn die Kurse wegen zu geringer Schülerzahl nicht zustande kommen.


    Aufgabenfelder in der Schule

    Donnerstag, 24. Mai 2012

    Während meines letzten Moduls zur Informatikdidaktik wurden wir auf eine ungleiche Verteilung der Aufgabenfelder zugunsten der Sprachen und Künste und zu Lasten der Naturwissenschaften (insbesondere Informatik) hingewiesen. Dies wollte ich nun nachprüfen.

     

    Alle Unterrichtsfächer (außer Sport) sind einem Aufgabenfeld zugeordnet, jedes Aufgabenfeld muss in den Abiturprüfungen abgedeckt sein:

    Aufgabenfeld A: sprachlich-künstlerischer Bereich

    Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel

    Aufgabenfeld B: gesellschaftswissenschaftlicher Bereich

    Geschichte, Erdkunde, Politik-Wirtschaft, Religion/Werte und Normen (in anderen Bundesländern Ethik, Philosophie, …)

    Aufgabenfeld C: mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich

    Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik

     

    Und so sieht die prozentuale Verteilung der Stunden auf die Aufgabenfelder in Niedersachsen nach Stundentafel 2 (d.h. ohne Wahlpflichtfächer) aus (Sport fehlt hier):

    Man erkennt, dass das Aufgabenfeld A teilweise über 50% der Stunden beinhaltet, während die Aufgabenfelder B und C mit deutlich weniger Stunden auskommen müssen. Hinzu kommt, dass das Aufgabenfeld A aus immerhin 3 Lang- und damit Hauptfächern (Deutsch und zwei Fremdsprachen zu je ca. 4 Stunden) und zwei Kurzfächern zu je 2 Stunden besteht, während das Aufgabenfeld C aus einem Lang-/Hauptfach (Mathe) und bis zu drei Kurzfächern besteht. Das wird nur noch übertroffen vom Aufgabenfeld B, das kein Lang- und damit auch kein Hauptfach beinhaltet, dafür allerdings aus bis zu vier Kurzfächern besteht.

    Wäre es da nicht sinnvoller, ein über zwei Jahre laufendes Kurzfach zu einem einjährigen Langfach und damit auch zu einem Hauptfach zu erheben? Dadurch könnten die anderen Aufgabenfelder gestärkt werden und die vielen Fächer für die Schüler reduziert werden sowie die zu unterrichtende Klassenzahl für einen Kurzfachlehrer gesenkt werden.

    Generell sollte diese Verteilung der Aufgabenfelder nicht mehr zur Verwunderung führen, dass die Abbrecherquote in den Ingenieurswissenschaften so hoch ist, wenn der Anteil der Naturwissenschaften an den Schulen so gering ist und in Kurzzeitfächern stattfindet.


    Sprintstudium Modul 2 – 2. Tag

    Dienstag, 17. April 2012

    Lernen muss weh tun! (Quelle unbekannt)

    Heute wurde nach einer Einführung in die Algorithmik in der Sek I mit Robotern und den Boards gearbeitet gelernt mit viel Spaß ausprobiert. Roboter wurden gegen die Wand gefahren, mit den Sensoren von LEGO WeDo und des Picoboards Autorennen und ein Lochstreifenleser programmiert und die Möglichkeiten der Elektronisierung eines Wohnhauses diskutiert. Dann ging es wieder in die Theorie. Schließlich ist das Oberthema dieses Moduls „Informatikdidaktik in der Sek I“. Also gab es zunächst eine Übersicht über einige Informatikdidaktiker und ihre Thesen und danach eine Zusammenfassung der beiden wichtigsten momentanen Strömungen in der Informatikdidaktik: die fundamentalen Ideen und die Modellierung. Abschließend berichtete ein Lehrer von seinen Erfahrungen mit Scratch im Physikunterricht.
    Und falls jemand diesen Link noch nicht kannte: Informatik im Kontext


    Sprintstudium Modul 2 – 1. Tag

    Montag, 16. April 2012

    Heute gab es die Bewertung des BYOB-Projektes und die erste Klausur (JAVA, Suchbäume, Sortieralgorithmen). Der Nachmittag war mit einem ersten Überblick über die Fachdidaktik und weitere Programmierlernprogramme ausgefüllt. Als Programme kamen Kara, Karol und LEGO WeDo zum Einsatz. Zum Schluss wurde die Frage angesprochen, wie Informatik als technisches und wenige als medienbildendes Fach unterrichtet werden kann.


    Sarkozy und die Lehrer

    Donnerstag, 1. März 2012

    Sarkozy geht im Wahlkampf um die Präsidentschaft gegen die Lehrer los. Er schlägt vor, dass Lehrer, die freiwillig 26 statt 18 Stunden arbeiten unterrichten, 25% mehr Gehalt bekommen sollen. Da könnte ja der deutsche Lehrer sagen, dass es endlich Gerechtigkeit in der Unterichtsverteilung gibt, der ja auch 23 und mehr Stunden unterrichtet.

    Die Sache hat aber zwei Haken:

    1. 8 Stunden mehr unterrichten entspricht einer Erhöhung der Unterrichtsstundenzahl um 44,4%, also deutlich über der Gehaltserhöhung.
    2. Eine französische Unterrichtsstunde entspricht 55 Minuten, eine deutsche nur 45 Minuten. Ein französischer Lehrer mit einer Unterrichtsverpflichtung von 18 Stunden unterrichtet also 990 Minuten, ein deutscher Gymnasiallehrer in Niedersachsen bei einer Unterrichtsverpflichtung von 23,5 Stunden 1057,5 Minuten, d.h. gerade mal eine Stunde mehr. Die Erhöhung um 8 französische Unterrichtsstunden entspricht übrigens einer Erhöhung um fast 10 deutsche Unterrichtsstunden.

    Traurig, wenn das Bild vom faulen Lehrer, der nur ein bisschen unterrichtet, in den Wahlkampf hineingetragen wird.


    Elternsprechtag

    Samstag, 11. Februar 2012



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