Interactive Lectures

Sonntag, 6. Dezember 2009

Wie kann man Schüler am Lehrer-/Schülervortrag beteiligen? Wie kann man sicherstellen, dass die Schüler auch etwas dabei gelernt haben?

Die Website www.thiagi.com stellt unter dem Stichwort „Interactive Lectures“ 36 Übungen vor, die man vor, während oder nach einem Vortrag anwenden kann.
Ich habe mir diese nach Durchführbarkeit durchgelesen:
1. Best summary: Eher etwas für textlastigen denn formellastigen Vortrag. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Motivation, während der Stunde noch (längere) Texte zu schreiben, bei einigen Schülern gegen Null geht, denn sie wissen bereits, wer die richtig guten Texte schreibt. Kurz: nicht alle schüler müssen wirklich etwas tun.
2. Bingo: Finde ich ganz interessant. Neu eingeführte Vokabeln könnten so abgefragt werden (Tafel zu und durch). Das spielerische motiviert die meisten Schüler, und zur Not kann man den Nachbarn fragen, welches Wort der Lehrer erklärt hat. Oder man lässt die Schüler Bullshit-Bingo spielen („Welche Wörter/Begriffe erwartet ihr in diesem Vortrag?“ Welche Wörter sollen sie heraushören?)
3. Bites: Sehr gut zur Binnendifferenzierung (Abfragen von Daten vs. Fragen zum Hintergrundwissen). Allerdings auch typisch fürs Leseverständnis, also nicht unbedingt etwas Neues.
4. Brainstorming: ohne Worte.
5. Concept Analysis: Fragen nach Vorwissen oder Einstellungen zum Thema. Naja, auch nichts Neues.
6. Crossword Lecture: Klappt auch sehr gut mit neuen Vokabeln.
7. Debrief: kurz: Klassendiskussion. Fällt bei mir nicht unter Vortrag.
8. Dyads and Tryads: wie 3., nur dass man für richtige Antworten Punkte bekommen kann.
9. Eg-Hunt: Auch nicht Neues.
10. Essence: Schreibübung. Von der Zusammenfassung zum Blogeintrag zum Spickzettel zum Twittereintrag, und dann nochmal die Wortzahl reduzieren. Auch gut zur Wiederholung kurz vor Klassenarbeiten.
11. Fictional Case Study: Erinnert mich an die Badewannenfunktion. Der Graph einer Funktion, die zur Zeit t den Wasserstand in einer Badewanne angibt, soll beschrieben und eine Geschichte drumherum entwickelt werden. Hier soll aus einem Prozessdiagramm eine mögliche Befragung, eine Geschichte erzählt werden. Finde ich auch für den Fremdsprachenunterricht eine schöne Idee, zumal sie sich auch für Schreibübungen anbietet. „Schreibe einen möglichen Abwimmelungsdiagog für Werbeanrufer!“
12. Fish Bowl: Sehr aktuell in der Referendariatsausbildung und in den Methodensammlungen, daher sage ich dazu mal nix.
13. Glossary: Schön, Vokabeln mal anders. Neue Wörter, die die Schüler aber erkennen können, sollen erklärt werden. Allerdings auch nicht wirklich neu, jedenfalls in den Fremdsprachen. Für Mathe kann ich es mir gut zur Wiederholung vorstellen.
14. Idea Map: Das Auffinden der wichtigsten Informationen muss vorher geübt sein, sonst wird die Struktur schnell unübersichtlich. Ich finde allerdings, dass das eher in die Rubrik Zusammenfassung gehört, da es ja weniger interaktiv ist, sondern reine Informationsaufnahme. Und ein Spiel ist es erst recht nicht.
15. Intelligent Interludes: Sinn macht das nur, wenn die Art der Notiz auch etwas mit dem Inhalt zu tun hat, also z.B. etwas Musikalisches, wenn es um Klänge geht. Sonst ist dies nur Schreiben des Schreibens wegen. Auch nicht interaktiv.
16. Intelligent Interruptions: Oft gemacht, daher als nette Idee verpönt: „Hans-Peter, was habe ich eben erzählt? Tja, pass lieber auf und quatsch nicht mit deinem Nachbarn!“
17. Interactive Story: Typische Reading Activity. Zwar interaktiv, aber nicht neu.
18. Interpreted Lecture: „Erkläre mit deinen eigenen Worten.“ Nicht neu.
19. Item List: Schön. Noch besser: Schüler die Begriffe erklären lassen, die sie bereits kennen. Dann ist ein Anknüpfungspunkt zu Bekanntem vorhanden.
20. Job Aid: Typisch für Deutsch und Fremdsprachen. Auch nicht neu.
21. Multilevel Coaching: Noch besser: Gruppenpuzzle.
22. One, Two, Four: zu deutsch Think Pair Share.
23. Press Conference: Sehr nette Idee, besonders wenn Texte vorher vorbereitet oder über eine bekannte Person Informationen herausgesucht wurden.
24. Question Cards: War das nicht schon bei 8.?
25. Questionnaire Analysis: Der Zettel machts – Fragebogen statt Karten. Also wieder 8.
26. Rapid Reflection: Keine neue Idee, sich in einer kurzen Pause eine kurze Notiz zu machen.
27. Selected Questions: Klasse! Ich stelle mir den Vortrag so vor: Die Titelfolie ist eine Mindmap, von der aus man zu den nächsten Folien springen kann. Genau das ist doch eine nichtlineare Wissensvermittlung.
28. Shouting Match: Das Geschrei kann ich mir in einer 8. Klasse gut vorstellen – irgendwie möchte ich mir das aber nicht vorstellen…
29. Slide Sets: Besonders als Übung geeignet, bevor mitgeschrieben werden soll. So können die Schüler lernen, Wichiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
30. Superlatives: Nette, schnell durchführbare Idee.
31. Table Talk: Das ist kein Vortrag, sondern eine Gruppenarbeit mit anschließender Präsentation und Auswertung.
32. Talk Show: Auch kein Vortrag. Dafür eine gute Idee, wenn bereits kontroverse Ansichten erarbeitet wurden und nun abschließend diskutiert werden sollen. siehe Fish Bowl
33. Team Quiz: Zwischenfragen waren schon mehrmals.
34. Teamwork: zu deutsch Gruppenpuzzle.
35. True or False: Typische Aufgabe zum Textverstehen in den Fremdsprachen.
36. Two Minds: Da ist doch wieder das Interview!

Fazit: Ein paar gute Ideen sind in dieser Liste enthalten. Viele eignen sich eher für gesellschaftswissenschaftliche Fächer, einige für den Fremdsprachenunterricht, aber nur wenige auch für den Matheunterricht. Angesichts der Tatsache, dass die Seite aus dem Jahre 2003 stammt, sind auch einige inzwischen sehr bekannte Ideen wie Fish Bowl oder Think Pair Share dabei, aber dennoch ein paar gute Möglichkeiten, die ich in den nächsten Stunden gerne ausprobieren würde.


Evaluation

Samstag, 24. Oktober 2009

Auf der Seite Schulentwicklung konkret wird ein Sechs-Phasen-Modell zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung in Thüringer Schulen vorgestellt. Besonders übersichtlich werden Methoden und Instrumente zur Evaluation erläutert.


Methodensammlung II

Sonntag, 23. August 2009

Eine umfangreiche Sammlung von Methoden zur Demokratieerziehung bietet die Seite Schulleben und Unterricht demokratisch gestalten. Die Methoden werden vorgestellt und durch das notwendige Material und Anwendungsbeispiele ergänzt.

Das Methodenkompendium zur Demokratieerziehung ist ein praxiserprobtes Instrument zur Nachnutzung, um zu zeigen, wie einerseits handlungsorientierte und schülerzentrierte Unterrichtsformen und andererseits die Mitbestimmung und Mitverantwortung an Schulprozessen gefördert werden kann. Es besteht aus den Teilen:

  1. Modulares Methodentraining für schüleraktives Lernen
    Dieser Teil umfasst eine Sammlung von ausgewählten Methoden und Erläuterungen mit weiterführenden Literaturhinweisen zu Möglichkeiten schüleraktiver und demokratischer Unterrichtsgestaltung.
  2. Ansätze für soziales Lernen
    Dieser Teil umfasst eine Sammlung von Methoden und Erläuterungen dreier sehr unterschiedlicher schulischer Kooperationspartner. Sie stellen ihre Intentionen, Vorgehensweisen und Erfahrungen vor und bieten Inhalte und Methoden zur Nachnutzung an.

Hilfreich sind auch die vielen Literaturhinweise (bei denen H. Meyer und H. Klippert natürlich nicht fehlen dürfen).


Klassenlehrer Linksammlung

Samstag, 11. Juli 2009

René Scheppler hat eine Quellensammlung zum Thema „Klassenlehrer/Klassenleitung“ gestartet. (BTW, was ist ein Drop?)

Währenddessen hat sich mein Literaturregal um das Heft „Lernmethoden und Arbeitstechniken“ vom Friedrich Verlag erweitert. Das Heft ist als Arbeitsheft für Schüler konzipiert und deckt eine wichtige Themen zur Selbstorganisation ab. Mir persönlich kommt das Kapitel über Referate zu kurz. Insbesondere werden die Präsentationsmedien (Folie, PPP, Tafel) zwar kurz vorgestellt, jedoch fehlt dort die Vorbereitung eines guten Tafelanschriebs (ähnlich wie für Lehrer sollten sie ja schon sein) bzw. einer Folie (z.B. ausreichend große Schrift, Bilder gut sichtbar, Farben gezielt wählen etc.). Ich habe den Eindruck, dass man dort das Thema Referate unbedingt noch erwähnen wollte, was ich nicht falsch finde. Nur füllt dies eigentlich schon ein eigenes Heft, so dass man dies besser auslagern sollte als nur zur Hälfte vorzustellen.


Methodenkoffer

Sonntag, 14. Juni 2009

Methodensammlungen kenne ich vor allem von Klippert und Mattes.

Nun habe ich aber noch zwei ausführlich kommentierte Sammlungen von Methoden im Internet gefunden:

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/methodensammlung/
Die Kartei kenne ich aus meinen Modulen. Sehr nützlich finde ich hier die Übersicht, welche Methoden wofür geeignet sind.

http://www.verbraucherbildung.de/projekt01/d/www.verbraucherbildung.de/methodenkoffer/index.html
Für viele Methoden gibt es Vorschläge zu geeigneten Themen. Diese richten sich zwar her an gesellschaftswissenftliche Fächer, dennoch gibt es hier viele Ideen, die auch in anderern Fächern umgesetzt werden können.

Edit: Unter http://methodenpool.uni-koeln.de/uebersicht.html  gibts ebenfalls viele Methoden. (via Twitter)


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