Lebenszeit

Samstag, 4. August 2012

In anderen Bundesländern kann man sie nach zwei Jahren Probezeit erhalten, in manchen verkürzt durch gute Noten sogar schon nach einem Jahr. In Niedersachsen gibt es sie einheitlich für alle Lehrer nach genau drei Jahren. Die Verbeamtung auf Lebenszeit.

Der Weg dorthin, also nach Studium und Referendariat, beinhaltet in Niedersachsen einen Unterrichtsbesuch und eine Beurteilung nach eineinhalb Jahren sowie zwei Unterrichtsbesuche, wobei jedes Fach und Sek. I/II abgedeckt sein sollen, und eine weitere Beurteilung am Ende der Probezeit. Seit neuem (April 2012) ist die Beurteilung kein frei vom Schulleiter verfasster Text, sondern ein Ankreuzbogen mit ein paar freien Sätzen zu den Unterrichtsbesuchen. Beurteilt werden sollen natürlich nicht nur die besuchten Stunden, sondern in erster Linie das gesamte Verhalten des Kandidaten während der Probezeit. Sollte es dabei Probleme geben (z.B. zeigt nur Filme im Unterricht, kommt immer zu spät, verweigert Elterngespräche, klaut das Besteck aus dem Lehrerzimmer, schlägt Schüler), kann die Probezeit auf maximal 5 Jahre verlängert werden. Wenn dann immer noch gravierende Probleme auftreten, dann ist Ende mit der Beamtenlaufbahn und dem öffentlichen Schuldienst.

Hat man aber erstmal lebenslänglich, dann bedeutet es nicht unbedingt, dass man bis zum eigenen Lebensende ausgesorgt hat. Es könnte ja auch der bestehende Staat zusammenbrechen, dann wärs das mit dem bestehenden Beamtentum (das ist zwar unwahrscheinlich, aber die letzte Staatsform ist auch erst vor 67 Jahren zusammengebrochen). Insofern ist „Lebenszeit“ zweideutig.

Übrigens gibt es mehrere Arten, die Dienstjahre zu zählen.

1. die Dienstaltersstufen: Sie zählen ab dem 21. Lebensjahr, nach ihnen richtet sich die Besoldung. Alle 2 bis 4 Jahre erreicht man eine neue Stufe, das ist wie eine Gehaltserhöhung. Sollte man allerdings z.B. mehr als drei Jahre im Erziehungsurlaub sein, wird die Stufenzählung für diese Zeit ausgesetzt;

2. die Jubiläumsdienstzeit: Sie zählt ab dem Tag, an dem man im öffentlichen Dienst tätig war. Ausbildung und Wehrdienst zählen nicht dazu, Referendariat schon. Beim 25., 40. und 50. Dienstjubiläum erhalten niedersächsische Beamte eine Dank- und Glückwunschurkunde sowie ggf. einen freien Tag;

3. ruhegehaltfähige Dienstzeiten: Sie besteht aus dem zeiten im Beamtenverhältnis. Diese werden bei Teilzeitbeschäftigung entsprechen reduziert. Dafür werden Referendariat und sogar das Studium darin eingerechnet.

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Im nächsten Schuljahr werde ich leider kein Französisch unterrichten. Stattdessen bekomme ich ein Seminarfach im Bereich Informatik und eine AG. Die Neugestaltung der Seminarfächer (die Schüler können das Seminarfach nicht wählen, sondern erhalten das Seminarfach, das in ihren Stundenplan passt) erfordert, dass ich mich thematisch breiter ausrichten muss, da ich nicht davon ausgehen kann, dass Interesse an Informatik und an Technik von vornherein bei allen Teilnehmern vorhanden ist. Daher läuft das Seminarfach bei mir unter dem Arbeitstitel „Irgendwas mit Computern“ und wird dann hoffentlich mit der ersten Sitzung richtig Gestalt annehmen. Mir schwebt (natürlich nicht ganz uneigennützig) vor, das Programmieren mit Scratch zu zeigen und dann an ausgewählten Beispielen zu zeigen, was Informatik ist, um dann einen Projekttag oder eine Ausstellung zum Thema „Da steckt Informatik drin“ zu erarbeiten.

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Aufgrund eines ziemlich blöden Sportunfalls kurz vor den Ferien ist mein rechter kleiner Finger gebrochen und liegt in Gips. Seitdem erfreue ich mich an der Förderung der Beweglichkeit meiner linken Hand. Schreiben mit der rechten Hand ist nur in Tafelschrift (groß, mit 10 cm Entfernung vom Blatt) möglich, das Tippen mit der linken Hand bin ich eh schon gewohnt, fällt mir also nicht so schwer. Der kleine Finger fehlt mir nicht so sehr in der Bewegung, nur die Schiene ragt so stark hervor, dass ich mit der rechten Hand so wenig machen kann. Und ich habe ja auch nur 10-12 Seiten für meine nächste Modularbeit (ein Unterrichtsentwurf) zu tippen. Ich hoffe, dass der Gips runter ist, wenn ich mit der Vorbereitung für das neue Schuljahr starte. Klar kann ich vieles digital lösen, aber manche Idee plane ich handschriftlich einfach schneller.


Planung des Seminarfachs Informatik

Sonntag, 15. April 2012

Inzwischen ist meine Planung schon etwas konkreter geworden, aber immer noch etwas durcheinander. Ich veröffentliche hier den neuesten Stand. Die Abschnitte geben noch keine zeitliche Planung vor, die Reihenfolge kann (und wird) sich ebenfalls noch ändern.

Vielleicht lesen hier ja auch Seminarerfahrene mit und können mir rückmelden, wie (un-)möglichdie Planung und die Seminararbeitsthemen sind. Über konstruktives Feedback würde ich mich sehr freuen! 🙂

Planung des Seminarfachs zum Thema „Facebook, Google & Co.“ (Arbeitstitel)

1. Inwiefern nutze ich meine Geräte?

 Kennenlernen: Welche Geräte vorhanden? (PC, Laptop, Smartphone) Was machen Sie damit? Welche Apps/Programme nutzen Sie für die Schule? Welche Websites nutzen Sie für die Schule?

Welche Bedeutung hat Sicherheit im Internet / auf dem Handy für Sie? Was tun Sie dafür? Fühlen Sie sich sicher nach Ihrer Definition?

Welche Erwartungen haben Sie an das Seminarfach? Haben Sie schon eine Idee, worüber Sie gerne forschen möchten?

2. Inwiefern kann man das Internet zum Forschen verwenden?

Woran kann man erkennen, ob eine Quelle glaubwürdig ist? Wie sieht es dabei mit Wikipedia als Quelle aus? Welche subjektiven Quellen gibt es? (-> twitter, Blogs, Wikis,…) Wie kann man diese nutzen?

Welchen Anspruch habe ich an meine Forschungsarbeit? Wie ist eine wissenschaftliche Arbeit aufgebaut? Was stelle ich mir unter wissenschaftlichem Arbeiten vor? Was sind die offiziellen Anforderungen (des KM) an die Seminararbeit?

Wie kann ich aus einer sich ständig ändernden Quelle sinnvoll und nachvollziehbar zitieren?

3. Inwiefern bin ich im Internet angreifbar?

Was ist „das Internet“? (Aufbau, Protokolle, Datenaustausch) Wo sind die Übergangsstellen? Welche Angriffmöglichkeiten kennen Sie bzw. haben Sie schon erlebt? (-> Phishing, DoS, Viren, Cookies, Datensammeln bei facebook und google, …) Welche sind technisch vermeidbar (durch bessere Programmierung, durch Schutzprogramme, …) und bei welchen kann der User Einfluss nehmen? Inwiefern?

4. Welche Schutzmaßnahmen gibt es und wie wirken sie?

Gibt es ein sicheres Passwort? Welche sind eher sicher, welche nicht? Welche Vor-/Nachteile muss man bei bestimmten Passwörtern beachten? Welche Verschlüsselungsmechanismen gibt es? Inwiefern sind sie sicher?

Wie können Webseiten verschlüsselt werden? Wie können E-Mails verschlüsselt werden?

5. Inwiefern kann ich meine Identität schützen?

Datensammler facebook und google – wofür sammeln sie? Warum ist meine Identität so wertvoll? Wie kann ich mich im Internet frei bewegen, ohne meine Identität preiszugeben?

Wie arbeiten Smartphones als Datensammler? Wie funktioniert GPS? Inwiefern verraten GPS-Daten etwas über mich?

6. Welche Rechte und Pflichten gibt es zum Schutz meiner Daten und den Daten anderer?

Personenbezogene Daten, Schutz der Privatsphäre, AGB, Recht auf Wahrung der Privatshäre, Recht am eigenen Bild,

Üble Nachrede, Verleumdung, Beleidigung

Filesharing und Vorratsdatenspeicherung

Mögliche Forschungsthemen:

– Vorratsdatenspeicherung

– facebook und seine AGB vs. eigene/private Daten

– Das Urheberrecht und die Digitalisierung

– Passwortgenerator mit Scratch programmieren

– Cybermobbing

– Alternativen zum Urheberrecht – Creative Commons, GPL

– Verwendung eines Web2.0-Programms oder einer Handy-App zum Lernen unter Berücksichtigung des Datenschutzes und anderer Rechte; Dokumentation

– Nutzung von Web2.0 in regionalen Unternehmen

– Datenschutz in der Schule bzw. in regionalen Unternehmen

– Datenschutz für Schüler mit Scratch erklären

– Die niedersächsische Landtagswahl /Die Bundestagswahl– Parteien und ihre Sicht zum Datenschutz

– RFID – Chancen und Risiken

– google AdSense

– Napster und Co.

– Hackerangriffe

– ACTA


Informatik als Seminarfach – Ideensammlung

Samstag, 25. Februar 2012

Im nächsten Schuljahr werde ich höchstwahrscheinlich meine ersten Unterrichtserfahrungen mit Informatik sammeln. Als Anfang werde ich ein Seminarfach anbieten. In Niedersachsen ist dies auf ein oder zwei Jahre angelegt und beinhaltet eine Einführung in wissenschaftliches und methodisches Arbeiten seitens des Lehrers und das Verfassen einer Hausarbeit seitens des Schülers.

Nun klingt ja „Informatik“ nicht so spannend als Titel für ein Seminarfach. Also überlege ich erstmal, was ich machen möchte. Naja, da der Oberstufenstundenplan vorsieht, dass nicht jeder Schüler sein Seminarfach frei wählen kann, sondern ggf. gezwungenermaßen in meinem Seminarfach auftauchen könnte, sollte alles möglich sein, vom Programmieren über das Technische bis hin zu den gesellschaftlichen Auswirkungen.

Das Internet klingt da schon etwas konkreter: Entstehung und Funktionsweise des Internets sollten technikbegeisterte Schülerinnen und Schüler interessieren, während die Datenkraken Google, Facebook und gesetzliche Regelungen wie ACTA und das Urheberrecht weniger Technikversierte ansprechen könnte. Präsentationsmöglichkeiten der eigenen Person durch Blogs, Mikrobloggingdienste (obwohl wir wissen, dass es eigentlich nur twitter gibt) und Vid-/Podcasts könnten darin ebenso Verwendung finden wie – ja wie was eigentlich? Hier wollte ich etwas zum Programmieren einfügen, doch mir fällt nichts Gescheites ein. Vielleicht Suchalgorithmen (Wie findet Google das, was du suchst?)? Angesichts der Verwendung nur in diesem einen konkreten Fall ist mir die Thematik der Suchalgorithmen zu groß.Oder sollte ich mit der Programmierung eines Browsers beginnen? Das würde auch zur Thematik „Internet“ gut passen. Einen Chat zu programmieren finde ich in Java reichlich umständlich (und für Schüler nicht gerade erhellend). Vielleicht könnte auch nur „irgendwas“ programmiert werden und die Ergebnisse ins Netz zur Diskussion gestellt werden. Das wäre aber Programmieren ohne Sinn. Oder doch nicht?

Wären „Das Internet zum Mitmachen“ oder „Google, Facebook &Co.“ einladende Titel? Und dann wäre noch das Problem mit den Daten der Schülerinnen und Schüler, wenn sie irgendwas im Netz veröffentlichten.

Hilfe, so viele Fragen, auch die ich gerade keine Antwort weiß. Trotzdem hoffe ich, dass ich meine Ideen bald zu einer richtigen Planung sortieren kann.


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