Louis XIV, Molière, Lully

Sonntag, 4. März 2012

Welche französischen Musikstücke sollte man kennen? 1. Les Champs-Elysées, 2. La Marseillaise, 3. Marche pour la Cérémonie des Turcs. Warum den Marsch? Er verknüpft drei Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts mit einer Geschichte:

Louis XIV empfing eines Tages einen türkischen Gesandten. Diesem bot er alles Spektakuläre, das teuerste Essen, die prachtvollsten Schmuckstücke und die zuvorkommendste Höflichkeit an, die er als absolutistischer Monarch bringen konnte. Doch der türkische Gesandte schien wenig beeindruckt zu sein. Dies erzürnte den Sonnenkönig sehr – wer wagte es da bloß, dem größten aller Herrscher so wenig Achtung entgegenzubringen? Es stellte sich (allerdings erst nach einiger Zeit) zufällig heraus, dass der Gesandte nicht wie erwartet der türkische Botschafter war, sondern nur ein niederer Mann, der um die Erlassung von Schulden bitten wollte. Um der Schmach, einem Mann von niederem Stand die Ehren eines Botschafters entgegengebracht zu haben, zu entkommen, bat er Jean-Baptiste Molière (der zu der Zeit noch in der Gunst des Königs stand), ein Stück zu schreiben, in dem sich über den Türken lustig gemacht wird. So entstand das Stück „Le bourgeois Gentilhomme“, in dem ein Mann sich für einen hohen Adligen hält, über den sich aber alle anderen lustig machen. Die Musik für das Stück schrieb Jean-Baptiste Lully (man kann Le bourgeois Gentilhomme als eine Art Musical des 17. Jahrhunderts ansehen). Insbesondere der Marche pour la Cérémonie des Turcs ist eine Veralberung des Türkengeschichte. Einen guten Eindruck dieser Szene bietet der Film „Le Roi danse“ aus dem Jahre 2000.

Dieser Marsch diente mir einer kurzen Einführung in Molières Leben, um meinen Französischkurs auf ein Marionettenspiel des Théâtre Anima vorzubereiten, in dem verschiedene Stück von Molière zu einem neuen zusammengesetzt wurden. (Obligatorisch darin: der geizige Stiefvater, die versuchte Zwangsheirat des eigenen Kindes, die versuchte eigene Heirat mit einem jungen Mädchen und das gute Ende, dass die wahre Liebe siegt.) Die Marionetten (eigentlich Halbkörpermasken) wurden dabei nur von einer einzigen Frau gespielt, die teilweise Französisch, teilweise deutsch sprach, jede Marionette mit einer anderen Stimme. Jede Rolle war so stark übertrieben, dass man einfach lachen musste! Wahnsinn!

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Theater

Freitag, 4. Januar 2008

Demnächst sehe ich mir im Theater das Stück „Huis clos“ von J.P. Sartre auf französisch an. Kenne den Inhalt noch nicht, werde aber vorher das Stück entweder auf deutsch oder auf französisch lesen, damit ich mehr vom Abend hab.

Nachtrag: Die Aufführung hat mir gefallen, auch wenn Garcin meiner Meinung nach einen etwas zu deutschen Akzent hatte und der Garcon fehlte, der die drei Personen in die Hölle führte. Aber interessant war das Stück trotzdem.
Im nächsten Jahr läuft übrigens Voltaires „Candide“. Meine Vorbereitung läuft schon.


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